Geschichte der gymnasialen Bildung in Oelsnitz/V.

 

              Teil I: Von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges

 

 

 


Die Anfänge der gymnasialen Bildung in Oelsnitz/V. reichen bis in

das Jahr 1897 zurück.

 

Am 21.01.1897 beschloss der Schulausschuss der Stadt Oelsnitz

die Bildung einer Selekte mit Realschulklassen und Progymnasium.

So wurden am 24.04.1897, zunächst im „Dittmannschen Haus“

(Bismarckstr. 32), 4 Selektaklassen mit insgesamt 98 Schülern untergebracht, die damals von 9 Lehrkräften unterrichtet wurden.

 

 

Im Folgejahr erhöhte sich die Schülerzahl auf 113, worauf das

Königliche Ministerium des Kultus und öffentlichen Unterrichts die

Errichtung einer öffentlichen Realschule mit den Klassen 2-6 und

ab Ostern 1899 die Einrichtung einer 1. Klasse gestattete.

 

 

 

Im Jahre 1899 wurde auf dem Lutherberg (damals „Ziegenberg“)

mit dem Bau des heutigen Schulgebäudes begonnen, das dann

1900 bezogen wurde.

 

 

Im Jahre 1913 wurden bereits 195 Schüler von 14 Lehrkräften

unterrichtet.-

Ab 1920 waren auch Mädchen in allen Klassen zugelassen.

 

Von 1933 bis Ostern 1937 führte die Schule den Namen “Realschule

mit Reformrealgymnasium“. Bereits Ende der Zwanziger Jahre war

der Antrag zum Ausbau der Lehreinrichtung zum Oberrealgymnasium

mehrfach abgelehnt worden.

 

 

Im Jahre 1937 stand die Zukunft der Schule an einem Scheideweg.

Der Fortbestand der Schule wurde davon abhängig gemacht, dass

sich ausreichend Schüler für eine 11. Klasse anmelden. Dass dieses

Ziel erreicht wurde, ist dem großen persönlichen Einsatz der Lehr-

kräfte bei der Schülerwerbung zu verdanken.

 

 

1937 erhielt die Schule den Namen „Städtische Oberschule für

Jungen“.

In diesem Jahr wurde auch die erste Schülertanzstunde der

Bildungseinrichtung organisiert.

Der erste Oelsnitzer Abiturprüfung mit 14 Schülern wurde 1939 verabschiedet.

 

Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges begannen für die Schüler und

Lehrer der Oelsnitzer Oberschule unruhige Zeiten. Bedingt durch den Fronteinsatz kam es in der Folgezeit zu häufigem Lehrerwechsel.

Politisch unliebsame Lehrer wurden auch in Oelsnitz aus dem Schul-

dienst entlassen und entgingen durch ihre Einberufung zur Wehrmacht Schlimmerem.

 

 

Nach den ersten Bombenabwürfen auf die Stadt Plauen im September 1944 war in der Schule eine Luftschutztruppe gebildet worden, die zugleich auch als Löschzug arbeiten sollte.

Die Klassenzimmer waren ausgeräumt worden, um Flüchtlingen des Bombenterrors Obdach gewähren zu können.

 

 

Der reguläre Unterricht endete am 14. April 1945. Damals war das

gesamte Schulhaus mit Verwundeten und Flüchtlingen belegt.

Am 16. April 1945 besetzten amerikanische Truppen die Stadt Oelsnitz. Die Besetzung der Stadt durch die Rote Armee begann am 1. Juli 1945.

 

 

Quelle: Festschrift zum Schuljubiläum "100 Jahre gymnasiale Bildung"

          1897 - 1997, Julius-Mosen-Gymnasium Oelsnitz/V. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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